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AMNSI

Nach dem Ende des über 30 Jahre andauernden Bürgerkrieges in Guatemala entschied sich eine aus Santiago Atitlán stammende Gruppe von ehemaligen Guerilleros für einen Neuanfang. Mit einer gemeinsamen Kooperative sollten die Ideale, für die sie einst gekämpft hatten, im zivilen Leben weitergeführt werden. Sie gründeten 1999 die Asociación Maya Nuevo Sembrador Integral (AMNSI) - Vereinigung der neuen organisch arbeitenden Maya-Landwirte - und schufen mit dem Anbau von Kaffee eine neue Lebensgrundlage.

Die rund 60 Mitgliedsfamilien fingen von Null an, denn sie hatten nichts mehr - während die Guerilleros in den Bergen kämpften, mussten ihre Familien Land und Besitztümer verkaufen, um zu überleben. Angebaut wird der Kaffee an den Vulkanhängen des Atitlán-Sees in einer Höhe von rund 1200 bis 1800 Metern. Dies ist eine ausgezeichnete Kaffeeregion und AMNSI produziert Kaffee erstklassiger Qualität.

Der Kaffee wird auf natürliche Weise, ohne Pestizideinsatz, angebaut, aber nur etwa die Hälfte der Fläche ist auch biozertifiziert. Viele der Mitglieder haben erst spät Lesen und Schreiben gelernt und es fehlt ihnen die Übung, um die für die Biozertifizierung verlangten aufwändigen Register zu führen. Eines der Mitglieder hat sich umfangreiche Kenntnisse im Bioanbau und im Führen der Register angeeignet und berät nun die anderen.

AMNSI engagiert sich über den Kaffeeanbau und die gemeinsame Vermarktung hinaus auch in anderen Bereichen des politischen und sozialen Lebens der Gemeinde. So startete AMNSI die Initiative "Schule ohne Wände" zur Alphabetisierung im ländlichen Raum und verhalf Kindern der Kooperative mit kleinen Stipendien zu einer allgemeinen Schulbildung. Auch ein Mikrokreditprogramm zählt zu den Maßnahmen, durch die die Kooperative die Menschen unterstützt.

Der Berliner Verein Fairbindung kaufte erstmalig im Jahr 2006 Kaffee von AMNSI. In jenem Jahr wurde die kleine Menge noch im Rucksack der Fairbindung-Aktivist_innen nach Deutschland gebracht. Allmählich konnte die Menge gesteigert werden und nun beziehen auch weitere Mitglieder der MITKA Kaffee von dort. Noch kommt die Kaffeeproduktion von AMNSI nicht ohne zusätzliche Förderung aus. Der Aufbau einer Kaffeekooperative, die am Markt bestehen kann, ist langsam und mühselig. Daher fördert die MITKA sie - neben den üblichen Prämien - mit einem zusätzlichen Beitrag zur Organisationsentwicklung, um die Zeit zu überbrücken, bis AMNSI sich effiziente Strukturen erarbeitet und weitere Käufer gefunden hat.







Kaffeeanbaugebiet